Die Psychologie bietet verschiedene Ansätze im Bezug auf die Frage, wie nun eigentlich der Mensch seine Umgebung wahrnimmt und auf sie reagiert. Die einen behaupten, dass der Mensch, wie eine Maschine, sein Umfeld aufnimmt und unmittelbar darauf reagiert, die anderen wieder argumentieren dagegen und erklären, dass der Mensch sehr wohl zwischen der Aufnahme und der Reaktion selbst auch dazu beiträgt.
Behavioristische Annahme:

Hauptmerkmal des klassischen Behavioristen ist, dass er den Menschen als Black Box betrachtet, die auf einen gewissen Reiz automatisch reagiert und eine entsprechende Verhaltensänderung aufweißt. Bei dem ganzen Vorgang aber spielen innere Vorgänge keine Rolle und beeinflussen die Art der Reaktion nicht. Auch wenn sich die Vertreter des Behaviourismus nicht einig sind, ob es diese Vorgänge tatsächlich gibt oder nicht, stimmen sie aber doch soweit überein, dass sie feststellen, dass eine Existenz derselben nichts ändern würde.
Der Mensch funktioniert also wie eine Maschine: Wird ihr ein bestimmter Input gegeben, liefert sie einen vorhersehbaren Output.
Neobehaviouristische Annahme:

Nachdem die Kritiken an dem behaviouristischen S-R-Modell, dass es zu vereinfachend wäre, immer stärker wurden, entwickelte sich ein neues Modell, das dem Menschen doch gewisse Vorgänge eingestand. Hier hat er nämlich eine verarbeitende Rolle und agiert als Vermittler zwischen aktivem Reiz und Reaktion, wodurch sein Einfluss auf das nachfolgende Verhalten akzeptiert wird. Allerdings spielt der Organismus in dieser Theorie auch weiterhin eine passive, von außen gesteuerte Rolle – den einzigen aktiven Agenten stellt der Stimulus dar.
Kognitive Annahme:
Kognition beschreibt zum Einen die von einem Individuum vollbrachte Informationsverarbeitung und –umgestaltung und in Folge dessen auch alle mentalen Prozesse, die in einer Person vor sich gehen (Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche, etc.). Der Mensch nimmt bei dieser Theorie einen Reiz auf und passt ihn bewusst an sein bereits vorherrschendes System an und antwortet schließlich mit einer Aktion als Resultat aller kognitiver Prozesse. In manchen Fällen werden die äußeren Einflüsse sogar eher als Störfaktoren beschrieben, da sie das bestehende Konzept des Individuums verändern.
In vielen Unternehmen ist im Rahmen des Marketings die Annahme eines S-O-R-Modells üblich, da man mit diesem tatsächlich versuchen kann auf den Menschen zu wirken, ohne jedoch die individuellen, inneren Vorgänge zu ignorieren. Insofern gelten Faktoren wie das Produkt selbst, der Preis, Kommunikation usw. als Marketing-Stimuli, die bewusst eingesetzt werden, um (potenzielle) Kunden zu einer gewissen Handlung zu bewegen. Daneben darf man aber auch die Umfeld-Stimuli nicht vergessen, die durch die verschiedensten Bereiche auf jede Person wirken und ihre Entscheidungen und Reaktionen maßgeblich beeinflussen. Gemeinsam ergeben diese Reize eine Kombination, die jeder von uns wahrnehmen kann, die sich aber aufgrund unterschiedlicher Prozesse verschieden auswirken.


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