
… und daher auch nicht mit ein, zwei klärenden Gesprächen aus dem Weg zu räumen, wie es immer wieder propagiert wird. Um jedem Missverständnis entgegen zu wirken – auch Frauen mobben.
Echtes Mobbing fühlt sich an wie eine Fata Morgana, die täglich acht Stunden und mehr vor dem Auge des Gemobbten flirrt, die er jedoch niemals, wirklich niemals, zu fassen bekommt. Dieser Frontalangriff auf die menschliche Würde, und um nichts anderes handelt es sich bei Mobbing, erfolgt aus dem Hinterhalt, subtil und unterschwellig, was bedingt, dass richtige Mobber über eine hohe Intelligenz verfügen.
Sie verfolgen zu ihrem eigenen Vorteil die feindselige Ausgrenzung und Isolation des Betroffenen und nehmen BEWUSST die absehbare körperliche und psychische Vernichtung des Opfers in Kauf. Ungezügelter Eigennutz und total übersteigerter Egoismus lassen sie den Untergang des Betroffenen in aller Seelenruhe beobachten. Das gezielte Einschleusen von Gerüchten, die Unterstellung von Unfähigkeit, Vertrauensunwürdigkeit, Illoyalität, die Beschneidung und Umschichtung des bisher erfolgreich bewältigten Kompetenzbereichs tut seine Wirkung und untergräbt die oft über Jahre aufgebaute Wertschätzung im Unternehmen und dessen weitläufigem Umfeld nachhaltig.
Jegliche Chance auf Rehabilitation bleibt dem Gemobbten für alle Zeiten verwehrt. Die Endphase dieses Horrors besteht darin, den Betroffenen auf Grund seiner psychischen Angeschlagenheit zu ‘entlasten’, was bedeutet, ihn auch seiner letzten, noch verbliebenen Kompetenzen zu berauben. Zu seinem Besten natürlich. Der von den Mobbern ausgelöste psychische Verfall des Betroffenen wird noch als Waffe gegen ihn verwendet.
Um wirksam mobben zu können, bedarf es einer gewissen Macht, eines relativ großen Einflusses im Team, also einer – nach außen hin – stark wirkenden Persönlichkeit. Nicht selten lässt der Mobber im Laufe dieses zutiefst irrationalen Geschehens bisher unbeteiligte Kollegen auf diesen Zug aufspringen und sein begonnenes Werk vollenden. Er selbst fungiert of nur mehr als unsichtbarer und daher unantastbarer Steuermann.
Nicht alles ist Mobbing. Hier fehlt oft die Unterscheidung. Liegt eine klar ausgesprochene Anschuldigung vor, handelt es sich um einen offenen Konflikt. Der Beschuldigte bekommt dadurch die Möglichkeit zur Verteidigung, zur Argumentation oder die Chance, einen tatsächlich von ihm begangenen Fehler einzugestehen und auszubügeln. Fertig. Damit hat es sich. Das Leben geht weiter.
Bei echtem Mobbing gibt es keinen Kompromiss. Jedes ‘klärende’ Gespräch verschärft die Situation noch. Auch Betriebsräte und wohlwollende Vorgesetzte vermögen diese Eigendynamik des Grauens nicht mehr zu stoppen, von der selbst die Verursacher überrollt und ein Leben lang verfolgt werden, was ihnen zum Zeitpunkt der Kriegserklärung nicht klar ist. Hilfsangebote sind gut gemeint, gehen jedoch ins Leere. Der Betroffene steht – letztlich allein – auf verlorenem Posten. Wer sich nicht offen auf die Seite des Gemobbten stellt, ist gegen ihn und wird auf Grund dieses Verhaltens lautlos in diesen Psychoterror involviert. Neutralität gibt es nicht.
Obwohl ich selbst darauf programmiert bin, mich den Herausforderungen meines Lebens gnadenlos zu stellen, plädiere ich im Falle von echtem Mobbing für Flucht. Kündigung. Nichts wie weg.
Jetzt hängt alles davon ab, Prioritäten zu setzen. Überlegen Sie, auf Ihre erworbenen Ansprüche zu verzichten, aber retten Sie dafür Ihre Ehre, Ihre Menschenwürde und Ihr psychisches Überleben! Überwinden Sie Ihre Angst, keinen adäquaten Job mehr zu finden. Nützen Sie diese Gelegenheit zu einem Neubeginn! Glauben Sie mir – Ihr MUT wird belohnt!
Gerti Puschitz, HR-Spezialistin
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