Mobbing – Kein Kavaliersdelikt

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… und daher auch nicht mit ein, zwei klärenden Gesprächen aus dem Weg zu räumen, wie es immer wieder propagiert wird. Um jedem Missverständnis entgegen zu wirken – auch Frauen mobben.

Echtes Mobbing fühlt sich an wie eine Fata Morgana, die täglich acht Stunden und mehr vor dem Auge des Gemobbten flirrt, die er jedoch niemals, wirklich niemals, zu fassen bekommt. Dieser Frontalangriff auf die menschliche Würde, und um nichts anderes handelt es sich bei Mobbing, erfolgt aus dem Hinterhalt, subtil und unterschwellig, was bedingt, dass richtige Mobber über eine hohe Intelligenz verfügen.

Sie verfolgen zu ihrem eigenen Vorteil die feindselige Ausgrenzung und Isolation des Betroffenen und nehmen BEWUSST die absehbare körperliche und psychische Vernichtung des Opfers in Kauf. Ungezügelter Eigennutz und total übersteigerter Egoismus lassen sie den Untergang des Betroffenen in aller Seelenruhe beobachten. Das gezielte Einschleusen von Gerüchten, die Unterstellung von Unfähigkeit, Vertrauensunwürdigkeit, Illoyalität, die Beschneidung und Umschichtung des bisher erfolgreich bewältigten Kompetenzbereichs tut seine Wirkung und untergräbt die oft über Jahre aufgebaute Wertschätzung im Unternehmen und dessen weitläufigem Umfeld nachhaltig.

Jegliche Chance auf Rehabilitation bleibt dem Gemobbten für alle Zeiten verwehrt. Die Endphase dieses Horrors besteht darin, den Betroffenen auf Grund seiner psychischen Angeschlagenheit zu ‘entlasten’, was bedeutet, ihn auch seiner letzten, noch verbliebenen Kompetenzen zu berauben. Zu seinem Besten natürlich. Der von den Mobbern ausgelöste psychische Verfall des Betroffenen wird noch als Waffe gegen ihn verwendet.

Um wirksam mobben zu können, bedarf es einer gewissen Macht, eines relativ großen Einflusses im Team, also einer – nach außen hin – stark wirkenden Persönlichkeit. Nicht selten lässt der Mobber im Laufe dieses zutiefst irrationalen Geschehens bisher unbeteiligte Kollegen auf diesen Zug aufspringen und sein begonnenes Werk vollenden. Er selbst fungiert of nur mehr als unsichtbarer und daher unantastbarer Steuermann.

Nicht alles ist Mobbing. Hier fehlt oft die Unterscheidung. Liegt eine klar ausgesprochene Anschuldigung vor, handelt es sich um einen offenen Konflikt. Der Beschuldigte bekommt dadurch die Möglichkeit zur Verteidigung, zur Argumentation oder die Chance, einen tatsächlich von ihm begangenen Fehler einzugestehen und auszubügeln. Fertig. Damit hat es sich. Das Leben geht weiter.

Bei echtem Mobbing gibt es keinen Kompromiss. Jedes ‘klärende’ Gespräch verschärft die Situation noch. Auch Betriebsräte und wohlwollende Vorgesetzte vermögen diese Eigendynamik des Grauens nicht mehr zu stoppen, von der selbst die Verursacher überrollt und ein Leben lang verfolgt werden, was ihnen zum Zeitpunkt der Kriegserklärung nicht klar ist. Hilfsangebote sind gut gemeint, gehen jedoch ins Leere. Der Betroffene steht – letztlich allein – auf verlorenem Posten. Wer sich nicht offen auf die Seite des Gemobbten stellt, ist gegen ihn und wird auf Grund dieses Verhaltens lautlos in diesen Psychoterror involviert. Neutralität gibt es nicht.

Obwohl ich selbst darauf programmiert bin, mich den Herausforderungen meines Lebens gnadenlos zu stellen, plädiere ich im Falle von echtem Mobbing für Flucht. Kündigung. Nichts wie weg.

Jetzt hängt alles davon ab, Prioritäten zu setzen. Überlegen Sie, auf Ihre erworbenen Ansprüche zu verzichten, aber retten Sie dafür Ihre Ehre, Ihre Menschenwürde und Ihr psychisches Überleben! Überwinden Sie Ihre Angst, keinen adäquaten Job mehr zu finden. Nützen Sie diese Gelegenheit zu einem Neubeginn! Glauben Sie mir – Ihr MUT wird belohnt!

Gerti Puschitz, HR-Spezialistin

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21 Responses to “Mobbing – Kein Kavaliersdelikt”

  1. Sonja says:

    Ja, das habe ich genauso erlebt und reagiert, wofür Sie plädieren – kündigen und das eigene Seelenheil retten.
    Und das kurz vor Weihnachten als alleinerziehende Mutter!

    Ich war allerdings nur ein Jahr in diesem Betrieb beschäftigt und wurde nach ca. einem halben Jahr von meiner Chefin gemobbt.
    Ein Gefühl der Hilflosigkeit stellt sich ein und man kann sich tatsächlich nicht wehren.
    Trotzallem muss man täglich dort arbeiten und wenn man dazu noch im Kundenbereich tätig ist, bedeutet das, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
    In meinem Fall war es das Betse zu kündigen, mit all den unangenehmen Folgen.
    Fakt ist, derjenige der mobbt kommt völlig ungestraft davon und es ist für den Arbeitnehmer der nach einem kommt bestimmt nicht leichter.

  2. Martina says:

    Liebe Sonja!

    “Gratulation” zu diesem mutigen Schritt. Es sicher nicht einfach, von heute auf morgen ohne Job dazustehen. Aber es ist immer noch besser, als sich grundlos von einer oder mehreren Personen psychisch fertig machen zu lassen und vielleicht sogar noch zukünftig unter den Folgen des Mobbings zu leiden.

    Vor allem ist es nicht deine Schuld, dass du gemobbt wirst. Es kann jeden treffen und zwar grundlos.

    Ich bin mir sicher, dass du mit deinem Kommentar auch anderen Menschen, die sich vielleicht gerade in derselben Situation befinden, Mut machen kannst!

  3. Bei Mobbing sollte man umgehnd die “Gewerbeaufischt” anrufen, seinen hausarzt verständigen und dann systematisch Fakten und Zeugen aufschreiben.
    Ein Arbeitsplatzwechsel hilft wenig, denn am neuen Arbeitsplatz wird oft noch brutaler gemobbt und der Neue ist immer das beste Opfer.
    Gegen Mobber hilft nur das StGB oder ine Mobbing-Verbot wie in Österreich.
    Harry Gambler

  4. Ulrike says:

    Ich habe leider ebenfalls diese Erfahrung machen müssen. Fast 9 Jahre im Unternehmen, und am Ende 1 Jahr mobbing, in dem ich durch die Hölle gegangen bin als Mutter mit Haus und in Umschulung befindlichem noch arbeitslosen Mann und der permanenten Angst, sowohl Job als auch Haus zu verlieren.
    Habe vergangenen Sommer gekündigt, nachdem ich vorher die Zusage für eine andere Stelle hatte. Ich stand sicher nur mehr wenige Wochen vor dem psychischen und körperlichen Zusammenbruch und habe durch die Kündigung meine komplette Abfertigung-alt verloren. Bereut habe ich meinen Schritt in keiner einzigen Sekunde. Ich lebe endlich wieder!

  5. Shaho says:

    Meine letzte Arbeitsstelle war nicht einfach muss ich zugeben.
    Das war ein kleiner Betrieb wo der Chef der Firma mitgearbeitet hat und genau dort habe ich zum ersten mal erfahren was Mobbing WIRKLICH ist. Muss aber vorher anmerken das ich sehr belastbar bin.
    Es gibt wirklich wenige Situationen die mich aus dem Gleichgewicht bringen, wurde leider eines besseren belehrt. Zum ersten mal wurde ich geziehlt vom Chef gemobbt. Er hat meine Arbeit und Fähigkeiten so dermassen herabgesetzt das ich es ihm wirklich glaubte und selbst an mir zweifelte. Es hat ein halbes Jahr gedauert bis ich darauf kamm was er wirklich vor hatte. Habe gekündigt und hab so auf die Arbeitslose verziehtet. Es war keine leichte entscheidung da es Finanziel derzeit bei mir nicht gut steht. Wenn ich jetzt so zurück denke, wie ich mich vor 4 Wochen gefühlt habe, bin ich glücklich darüber das ich dort nicht mehr arbeite.

  6. David says:

    Typs um Mobbing zu bewältigen.
    Nach Verlassen der Firma bisherige Freunde, Ärzte, Anwälte, Krankenkasse wechseln, und vielleicht auch das Türschloss.
    Daran denken, dass Menschen käuflich sind.
    Jeden Tag an frischer Luft 40 min joggen, damit es weiterhin so bleibt,
    dass die anderen krank sind und man nicht selbst krank wird.
    Für Jahre nicht mehr über Mobbing sprechen, sondern über Positives,
    was besonders für eine neue Arbeitsstelle und Personalchef/in gilt.
    Den gesunden Menschenverstand nutzen und keine Fehler machen.

  7. Dr. Werner Supanz says:

    Ich kann nur hoffen, dass diese Ratschläge kein Betroffene(r) liest und womöglich auch noch befolgt. Ich halte es für fahrlässig, einen derart pauschalen und nicht differenzierten Standpunkt kundzutun. Zum einen birgt eine Kündigung in der heutigen Zeit ein immenses Risiko, zum anderen können durch dieses empfohlene passive Verhalten noch größere Probleme entstehen. Gerade beim Mobbing ist es sehr ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen, um eben auf die ganz individuelle Situation einzugehen. Ich habe sehr oft schon erlebt, dass eben nicht der (die) Betroffene gekündigt hat, sondern die Situation anders geklärt werden konnte. Also bitte Vorsicht mit solchen Ratschlägen, wenn man die Verantwortung für die Konsequenzen nicht übernehmen kann!!!!!

  8. Martina says:

    Danke für eure Standpunkte, Erfahrungen und Tipps zum Thema Mobbing. Ich bin mir sicher, dass diese für den ein oder anderen Betroffenen hilfreich sein können.

    Klarerweise gibt es keine Universallösung für Mobbing, da es auch verschiedene Formen des Mobbings gibt. Sicherlich sollte man versuchen das Problem direkt anzusprechen. Gespräche mit den Kollegen oder auch mit dem Chef können helfen, die Situation zu entschärfen. Desweiteren bin ich auch der Meinung dass professionelle Hilfe eine gute Möglichkeit ist mit Mobbing fertig zu werden. Doch nicht immer wird der Mut zur aktiven Ansprache bzw. zu Gesprächen belohnt – manchmal ändert sich die Situation trotzdem nicht. Und bevor man sich weiter psychisch fertig machen lässt, ist oft die Kündigung der letzte Ausweg. Und wie ich in einigen Kommentaren lesen konnte, sind die Betroffenen, die gekündigt haben, um ein Vielfaches glücklicher als vorher. Aber wie bereits erwähnt, gibt es sicher auch Mobbing Fälle die sich auf einen anderen Weg lösen lassen und keine Kündigung erfordern. Wie gesagt die meisten Mobbingfälle sind individuell und jeder einzelner Fall erfordert eine individuelle Lösung!

  9. Hallo David,

    danke für Deine Rückmeldung zu meinem Beitrag “Mobbing”. Gerne nehme ich dazu Stellung.

    Aus Deinen Tipps glaube ich entnehmen zu können, dass Du selbst schon einmal von Mobbing betroffen warst.

    Ich persönlich gehe davon aus, dass Mobbing ausschließlich den Betroffenen allein betrifft und nicht sein gesamtes Umfeld. Für viele Mobbingbetroffene wäre es mit Sicherheit schwierig, auch Ihr vertrautes Umfeld aufgeben zu müssen. Gerade ohne Freunde ist eine solche Situation kaum bewältigbar. Die Krankenkasse zu wechseln ist so als unselbstständig Beschäftigter so gut wie nicht möglich, und mir fehlt dazu auch der Zusammenhang. Ob es sich noch um Mobbing handelt, wenn man das Gefühl hat, das Türschloss auswechseln zu müssen, wage ich zu bezweifeln und habe ich in meinem Beitrag weder so gemeint noch so ausgedrückt. Das geht dann augenscheinlich schon sehr viel tiefer.

    Ich stimme Dir aber voll darin zu, dass Menschen käuflich sind, aber das ist eine Tatsache, an der wir nichts ändern können, weil sie weit außerhalb unseres Einflussbereiches liegt.

    Auch Sport ist ein absolut wichtiger Faktor, um besser mit der Situation umgehen zu können, um festen Boden unter den Füßen zu bekommen, sich vitaler zu fühlen, nicht so ausgelaugt.

    Aus meiner Erfahrung weiß ich auch, wie wichtig es für den überwiegenden Teil der Mobbingbetroffenen ist, immer wieder über das Erlebte zu sprechen. Über ein belastendes Thema nicht zu reden, bedeutet nicht, es zu verarbeiten. Gerade durch das Gespräch mit vertrauten Menschen (Freunden, Familie, Therapeut, Arzt) findet Aufarbeitung statt, kommt man gemeinsam auch den Gründen für die Attacke auf die Spur, was ein Verstehen möglich macht. Verstehen bedeutet jedoch nicht Verständnis für das Geschehene aufzubringen. Das schließt ja nicht aus, seinen Focus schon wieder auf Neues, Positives zu richten, wieder nach vorne zu sehen.

    Keine Fehler mehr zu machen, wird schwierig. Denn Menschen machen nun einmal Fehler. Außerdem – was in dem einem Unternehmen als “Fehler” gewertet wird, hat in einem anderen keine Bedeutung. Also sind uns auch hier Grenzen gesetzt. Und “Fehler” sind nicht der Grund für echtes Mobbing. Hier geht es viel mehr um emotionale Faktoren, nicht um sogenannte Fehler.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir noch einen schönen Abend,
    Gerti

  10. Hallo Shaho,

    danke für Deinen Kommentar.

    Es ist oft gar nicht so einfach dahinter zu kommen, was im Betrieb läuft, dass es sich um Mobbing handelt, eben weil es auf einer subtilen Ebene läuft. Aber wenn erste Zweifel durch Aussagen anderer an Dir, Deiner Persönlichkeit, Deiner Leistung und Deinen Fähigkeiten auftreten, dann kannst Du davon ausgehen, dass es sich um Mobbing handelt.

    Nicht immer, aber doch oft, ist Kündigung die einzig mögliche Lösung, um sich aus dieser Verstrickung heraus zu lösen. Du bist ein großes Risiko eingegangen, um diese Situation zu beenden, und dazu braucht man sehr viel Mut. Aber dass Du Dich heute wieder glücklich und mit Sicherheit auch befreit fühlst, ist die Bestätigung dafür, dass Du richtig gehandelt hast. Und ich bin mir sicher, dass Du rasch wieder eine passende Position findest. Du weißt, was Du willst, und das ist die absolut beste Voraussetzung dafür.

    Alles Liebe für Deinen weiteren Weg,
    Gerti

  11. Hallo Ulrike,

    vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar zu meinem “Mobbing-Beitrag”.

    Wie es Dir in Deiner schwierigen Situation ergangen ist, kann ich mir sehr gut vorstellen. Latent vorhandene Existenzängste erschweren die Mobbingsituation noch zusätzlich, erzeugen noch mehr Druck als sowieso schon vorhanden ist.

    Aus meiner Sicht hast Du die beste Lösung überhaupt gefunden – Dir einen neuen Job zu suchen und dann das Unternehmen zu verlassen. Ich freue mcih sehr für Dich, dass Dir das gelungen ist.

    Wenn ich Deine Zeilen lese, ist für mich klar heraus zu spüren, dass Dir der daraus entstandene Verlust der Abfertigung viel weniger bedeutet als das “neue Leben”, das Du jetzt wieder führst. Gerade in Deiner Situation ein sehr mutiger Schritt, der mir viel Respekt abverlangt.

    Für Deine neue berufliche Herausforderung wünsche ich Dir alles Gute,
    Gerti

  12. Sehr geehrter Herr Dr. Supanz,

    danke für Ihren sehr interessanten Kommentar zu meinem Beitrag.

    Dieser Beitrag ist eine Situationsbeschreibung einer aktiven Mobbingsituation, die ganz offensichtlich von einigen Betroffenen auch in genau dieser Form erlebt wird oder wurde. Bei meinem Artikel handelt es sich ausschließlich um meine Sicht der Dinge, die ganz offensichtlich von vielen Lesern geteilt wird. Ich gebe lediglich Anstoß, ganz bestimmte ÜBERLEGUNGEN anzustellen, um Auswege aus diesem Dilemma zu finden. Ob diese Überlegungen zu weiter führenden Entscheidungen führen, liegt einzig und allein bei meinen Lesern und Leserinnen.

    Jeder Betroffene muss sich selbst die Frage beantworten, ob es für ihn persönlich mehr Risken birgt, sich einem derart massiven Angriff auf unbestimmte Zeit auszusetzen oder einen Neustart zu wagen.

    Mobbing hat zwei Seiten – jede Situation ist individuell, ganz genau wie Sie schreiben. Und – doch ähneln sie einander sehr. Die Vorgangsweise läuft zwar auf verschiedenen Ebenen, das Ziel ist aber immer das gleiche – die Ausgrenzung des Betroffenen mit dem Ziel, ihn aus dem Unternehmen zu drängen. In vielen persönlichen Gesprächen und natürlich aus meiner Erfahrung kam und komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass echte Mobbingsituationen kaum bereinigt werden können. Und selbst wenn sie nach außen hin bereinigt scheint, bleibt die vergiftete Atmosphäre bestehen. Aber – Ausnahmen bestätigen die Regel. Keine Frage.

    Selbstverständlich leisten entsprechende Beratungsstellen enorme Hilfe, und sie in Anspruch zu nehmen, kann eine gewisse – zumindest psychische – Erleichterung bringen. Auch dass diese außerbetrieblichen Beratungsstellen genau so wie Betriebsrat oder Vorgesetzte in jedem Fall bemüht sind zu helfen, steht außer Zweifel und kommt in meinem Beitrag auch klar zum Ausdruck. Doch oft sind die Mittel zur Hilfe – leider – sehr beschränkt.

    Auch hier ist die Unterscheidung zwischen einem offenen Konflikt und echtem Mobbing unabdingbar.

    Gerade mir als Dipl. Mental-Trainerin ist klar, dass jeder Mensch die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst trägt, und dieser Anforderung trage ich auch voll und ganz Rechnung. In erster Linie geht es jedoch darum, dass sich die Leser und Leserinnen dieses Blogs als Betroffene verstanden fühlen, erleben, dass es hier einen Menschen gibt, der nachvollziehen kann, wie sie sich fühlen.

    Nachdem Sie selbst ganz offensichtlich schon sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet “Mobbing” haben, würde ich mich freuen, wenn Sie mir Ihre Sicht der Dinge schildern.

    In diesem Sinne noch einen schönen Abend,

    Gerti Puschitz

  13. Pepo says:

    Schönen Tag;
    - kann ich nur sagen, wenn ich nicht an meine Arbeitsstelle erinnert werde oder Dinge sehe die einen Zusammenhang ergeben! (..oder wie jetzt Betroffene sozusagen sehen kann)!!
    Mein halbes Leben dort- 2Instanzen Sozialgericht durch- persönliche Machtausübung erfahren- die Bürokratie wurde und wird bis Heute über 10 Jahre danach ..vom selben Menschen NOCH immer “für” mich verwendet!!
    Es kann einen weiterverfolgen, den auch Heute wird noch nachgefragt bei vorgehenden Arbeitgebern
    Toll das es Menschen gibt die “aus dem nicht gewollt werden” sich befreien können; -auch mit Hilfe anderer, die /Ihre Existens so gestalten, daß es gut ist – nur meine Erfahrung ist -weder Arzt, Belegschaft, Gewerkschaft, Anwalt, Gericht, Sozialeinrichtungen konnten die Zufriedenheit durch Arbeit (..für mich) herstellen. Heute Saisonarbeiten -halbes Gehalt, – oft über Monate keine Arbeit , keine Freiheit des Gewissens, minimaler sozialer Kontakt, -manchmal Vertraun zu Vorgesetzten -nur kurz, denn bei Situationen der Erinnerung nützt nur Rückzug und keine “Zähnezeigen”. Ich konnte bis heute psychische und körperliche Einschränkungen nicht ausgleichen!
    Heute bin ich mit einigen der damals X000 Mitarbeiter in Verbindung doch Ihre “Vorsicht” ist gewachsen.
    Fazit ……es wird für die Leistung bezahlt…… -nicht für an einem Strag ziehen, ………..nicht für die echte Leistung, ……..nicht für die Liebe zum Produkt und die Aufgabe die einen “Arbeiter” moralisch am Leben hält, ……nicht für die Firmendarstellung, ….doch genug Grüsse an die DIE gemocht werden! pepo

  14. Lisa says:

    hallo!

    habe mir eure tipps ebenfalls durchgelesen, da ich leider ähnliche erfahrungen gemacht habe. habe auch sowohl mit chef als auch it den mitarbeitern die aussprache gesucht. leider hat sich dann die situation nur ncoh vershclimmert weil die mitarbeiter meinten ich habe gepetzt und sowas tut man nicht. im endeffekt hab ich dann im moment wo die meiste arbeit war gekündigt. im gedanken dass sie sich nen anderen suchen können den sie (die mitarbeiter) beshcimpfen und traktieren und als unfähig herstellen können.

  15. Veronika says:

    Guten Abend, Frau Puschitz,

    soeben habe ich – warum wohl, weil selbst seit 4,5 Jahren Mobbingopfer – Ihren Artikel gelesen und bin bei vielen Punkten voll und ganz Ihrer Meinung! Allerdings möchte ich einige Kommentare einfließen lassen, wenn Sie erlauben. Sie schreiben, dass Mobber bewusst die Vernichtung ihres Opfers in Kauf nehmen – sorry, kleine Korrektur: in Kauf nehmen müssen das die Opfer, die Mobber sind voll die Sieger, stellen sich jedoch selbst das Zeugnis aus, weder über Rückkrat noch über Anstand zu verfügen – also skrupellose Schweine zu sein, die sich in jeder Verbrecherclique bestens etablieren würden – ich finde nicht, dass diese Eigenschaften als Intelligenz zu bezeichnen sind, eher als fehlende Menschlichkeit, wie man es oft bei Verbrechern findet! Da es auch Bossing gibt, habe ich außerdem den Verdacht, dass dieses Benehmen hilfreich scheint, wenn man Minderwertigkeitskomplexe austoben muss – schließlich könnte der Bosser ja das Dienstverhältnis locker beenden, genießt aber die Situation, dass der Gemobbte auf das Einkommen angewiesen ist = Komplexler! Nun, das war auch gleich eine Anleitung für Mobbingopfer, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind und dabei ihre Würde zu bewahren – über so ein Benehmen stehen wir doch glatt meilenweit drüber, sag ich – Selbstbewusstsein ist die Devise, jawoll! Nun ja, und das mit dem Jobbwechsel ist leider nicht ganz so einfach, ich suche seit vier Jahren eine Verbesserungsmöglichkeit und gehe auch morgen wieder schön brav los, um mich weiter mobben zu lassen …… Nun ja, mein Einkommen deckt gerade so meine Lebenskosten, das AMS bezahlt leider kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und der nächste Urlaub wird mir mein Mobbing-Schicksal wieder etwas erträglicher machen ;-)

  16. Brigitte Ira says:

    Sehr geehrte Frau Puschitz,
    Ihre präzise Formulierung trifft auch bei meiner Geschichte ins Schwarze. Ich habe es damals vorgezogen zu gehen, wurde allerdings zusätzlich noch durch Nötigung dazu gezwungen.

    Da ich weder angestellt war (Verein) noch eine Rechtsschutzversicherung hatte, konnte ich nicht gleich klagen. Das hole ich jetzt nach, nachdem ich mein Mobbingtrauma in den Griff bekommen habe und das Geschehen genau analysiert habe. Ich hoffe, der Richter sieht die Wahrheit und wird zur einzigen und richtigen Erkenntnis kommen.

    Mobber sind Menschen der schlimmsten Kategorie und nehmen sich heraus über andere zu befinden und sie zu zerstören, was einem Mord gleichkommt. Gemobbte suchen zu allem Überfluß die Schuld sogar noch bei sich selbst, womit der Mobber Zeit gewinnt und das Spiel bis zum Äußersten treibt.

    Nach einer “richtigen und gezielten” Mobbingattacke ist man vollkommen zerstört und nicht mehr Herr seiner Selbst. Faktum ist, man wird auch von anderen weder ernst genommen noch erhält man in dieser Situation die dazu nötige Hilfe. Die Kollegen werden mit Verbot belegt, mit dem Gemobbten Kontakt zu haben und haben somit auch Angst selbst Opfer zu werden. Die Isolation ist also perfekt und trägt weiter dazu bei, daß das ohnehin angeschlagene Selbstbewußtsein völlig schwindet.

    Die Situation ist in diesem Augenblick hoffnungslos, nahezu suizidgefährdend.

    Ein weiteres Problem daran ist, daß die Justiz in solchen Fällen äußerst lasch reagiert.

    Ich denke, daß man den Mobbern die Möglichkeiten nehmen soll so zu agieren. Es muß ein Gesetz und harte Strafen geben, dann kann man sicher viel Leid verhindern.

  17. ronald fuetsch says:

    wenn ich die beiträge hier lese: die antwort muss wohl sein: sich zusammenschließen und kämpfen – gewerkschaften, selbsthilfegruppen, organisationen beitreten, sich wehren, kämpfen, politisch werden – die rahmenbedingungen müssen sich ändern – wieso ist job aufgeben und wechseln so ein risiko in unserer angeblich “freien gesellschaftsordnung” ?? – diese dinge müssen sich ändern
    bin freilich momentan in der lage, mich beruflich ziemlich selbständig gemacht zu haben, auch: keine familie versorgen zu müssen – wenn man (tief) drinsteckt ists schwieriger, habe aber auch in zeiten “mieser jobs” – immer mehr angefangen, “gewerkschaftlich” zu denken, zu schauen, dass NIEMAND im team ausgegrenzt wird, dass wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen, dass wir gegen DIE DA OBEN – zusammenhalten !

  18. ronald fuetsch says:

    mobber hinausmobben !!??

  19. Hallo Reinhold,

    danke für Deine Überlegungen zum Thema Mobbing. Zu bedenken gebe ich aber ganz ausdrücklich, dass Mobbing von JEDER Hierarchieebene aus erfolgen kann und auch erfolgt und nicht auf, wie von Dir ausgedrückt, “Die da oben” beschränkt werden kann und darf. Sehr oft fühlen sich grade Vorgesetzte einer solchen Situation sogar ausgeliefert, obwohl ein ehrlicher Wille zu helfen besteht. Davon bin ich überzeugt.

    Nun, die Rahmenbedingungen können nicht von heute auf morgen geändert werden. Und die Schwierigkeit, sich gegen Mobbing zu wehren liegt in erster Linie darin, dass der/die Mobber “unsichtbar” und daher auch nicht zum Greifen sind.

    Um heute den Job zu wechseln, braucht man sehr viel Mut. Es ist nicht immer leicht, wieder eine adäquate Position zu bekommen. Und es geht auch sehr oft um erworbene Ansprüche, die Betroffene nicht verschenken wollen. Hier gehts weniger um die “freie Gesellschaftsordnung” als um den angespannten Arbeitsmarkt.

    Sicher ist es sehr hilfreich, darauf zu achten, dass niemand im Team ausgegrenzt wird und ersten Anzeichen gemeinsam entgegen zu wirken – ein wirklich guter Ansatz. Ein starker Zusammenhalt ist mit Sicherheit die wirksamste Methode gegen Mobbing.

    Freundliche Grüße

    Gerti Puschitz

  20. Natthalie says:

    In meiner letzten Tätigkeit als Administratorin eines kleinen Handelsunternehmens war ich eineindhalb Jahre für Alles und Jeden zuständig.
    Ich erledigte zusätzlich zu meinen Aufgaben monatlich um die 30 Überstunden, versuchte Richtlinien einzubringen und jeden Tag auf´s Neue für mehr sozialen Umgang zu sorgen.

    Nachdem meine ständigen Versuche oder auch mein Einsatz für das Unternehmen leider immer wieder bei der Geschäftsführung scheiterte auch keine Einsicht kam, ergriff ich die Flucht.
    Ich war einige Zeit danach im Krankenstand um mich von den beruflichen Eskapaden zu erholen, andernfalls würde ich jetzt noch immer tief unten sein.

    Ich bin froh diesen Schritt gewagt zu haben, auch wenn es nicht leicht fällt, den Grund der Kündigung anzugeben, da man dann vielleicht auch als “unbelastbar” gilt.

    Leider ist es so, das die AK in diesem Fall ein Mobbingtagebuch verlangt um vorgehen zu können. In der Situation selbst denkt man aber nicht daran, oft bekommt man das ja gar nicht mit, oder versucht dennoch weiter zu machen und sich ja nicht unterkriegen zu lassen.
    Der Slogan der derzeit bei der AK beworben wird (lass dich nicht zur Schnecke machen) hilft nur bedingt aber auch nicht weiter. Ein Schadensersatz wg. seelischer “Vergewaltigung” kann man ohne einem Tagebuch auch nicht fordern….

    Nichts desto trotz, hab ich aus dieser Erfahrung gelernt und werde in Zukunft schon vorher die Zügel in die Hand nehmen und wenn´s drauf ankommt, vorher schon STOP sagen!
    Es ist für mich absolut nicht tragbar, mit 28 Jahren nicht mehr berufsfähig zu sein

    Ich hoffe die Maßnahmen werden in Zukunft verschärft und der Arbeitnehmer als vollwertiger Geschäftspartner angesehen!

  21. Josef says:

    Hallo,

    ich bin auch der Meinung, dass es bei verlorenen Posten am besten ist zu gehen. Ich selber durfte diese Situation auch schon erleben. Meistens wird man nie von einer Person, sondern immer von mehreren gemobbt. Da hat ein einzelner oft keine Chance außer den Arbeitsplatz zu räumen.

    Trotzdem würde ich das Feld nie Kampflos fordern. Also eine Klage auf Schadensersatz würde ich bei entsprechender Beweislage in jedem Fall durchziehen.

    freundliche Grüße
    Josef jun. Altmann