Schnell vorm Schlafengehen die Verkaufszahlen checken, die Präsentation daheim auf der Couch nochmal überarbeiten bevor man sie den Kollegen schickt, vom iPhone aus um Mitternacht die E-Mail vom Chef beantworten … Kommt euch das bekannt vor? Tja, das Internet hat unser Arbeitsleben nicht nur verändert, sondern teilweise völlig auf den Kopf gestellt.
Waren vor ein paar Jahren die Befürchtungen vieler Chefs noch groβ, dass das Internet aufgrund privater Chats oder unnötigem E-Mail-Verkehr zu verringerter Produktivität führen könnte, hat sich die Meinung zu diesem Thema bis heute wohl vielfach verändert. Die neuen Schlagwörter sind ständige Erreichbarkeit und totale Vernetzung – sozusagen das Büro in der Hosentasche mit sich herumzutragen. Schnelle Reaktionszeiten, flexibleres Arbeiten und das Verschwinden von räumlichen Grenzen bringen natürlich gewaltige Vorteile mit sich und wurden von vor allem auf Management-Ebene jubelnd begrüβt. Doch wie so oft lässt die Realität nicht auf sich warten und flüstert nun vielen Führungskräften ins Ohr: Die Geister die du riefst, die wirst du nun nicht los … Die ständige Erreichbarkeit stellt mittlerweile für viele eine Bürde dar, die immer schwerer zu tragen ist.
Spotter könnten nun darauf antworten, dass es relativ einfach ist so ein Smartphone abschalten und sich ungestört der Freizeit zu widmen. Dass dies jedoch in vielen Fällen graue Theorie ist und von so mancher Führungskraft in der Praxis mit einem milden Lächeln abgetan wird, ist ebenso klar. Eine Umfrage des Online-Portals Placement24 unter 1.200 Führungskräften hat ergeben, dass 77% aller Befragten das Gefühl haben für den Job ständig erreichbar sein zu müssen und 37 % angeben, dass die Grenzen zwischen Privatleben und Büroalltag aufgrund der Vernetzung einfach verschwimmen. Dies führt dann auf lange Sicht natürlich zu ungesundem Stress (auch mit der Familie), dem Gefühl nicht mehr abschalten zu können und im schlimmsten Fall zu Burn-Outs. Denn hat man sich einmal für die totale Erreichbarkeit geöffnet, ist es natürlich schwer einen Rückzieher zu machen.
Wie wird die ständige Erreichbarkeit von euch empfunden? Sind iPhone & Co eher ein Mittel zur Arbeitserleichterung oder habt ihr das Gefühl von den modernen Kommunikationsmitteln zunehmend „versklavt“ zu werden?
Leave a Reply