Die Bewerberin – stehen Sie Ihre Frau!

frauenpower Die Bewerberin – stehen Sie Ihre Frau!

Von allen Seiten wird uns eingetrichtert, dass wir Frauen im (Berufs)Leben gefälligst unseren Mann zu stehen haben. Und viele von uns lassen sich tatsächlich brav dazu überreden, ohne zu merken, dass der erhoffte, ja sogar erwartete Erfolg – trotzdem – ausbleibt.

Wie das? Frauen sind Frauen, und wir bleiben das auch. Männer auch. Gott sei Dank!

Vor allem Frauen, die eine leitende Funktion anstreben, wird immer wieder geraten, über allgemein gültige männliche Persönlichkeitsmerkmale an den begehrten Job zu kommen, beginnend mit der Kleidung und Haltung und endend bei Sprache und Körpersprache. Wir trainieren sogar unser Gedankengut um, um an die vermeintlich Erfolg versprechenden, männlichen Tugenden zu kommen. Und scheitern. Ich denke anders. Wir Menschen sind so konzipiert, dass es nun einmal typisch männliche und typisch weibliche Eigenschaften gibt, die wir nicht willkürlich austauschen oder sogar wegdiskutieren können, auch wenn es Menschen gibt, die ihr gesamtes Leben damit verbringen und sich davon das große Berufsglück erhoffen.

Mir ist bis heute ein Rätsel, warum es uns so oft nicht gelingt, auch im Berufsleben voll und ganz zu unserem Frausein zu stehen und mit unseren weiblichen Vorzügen zu punkten. Damit meine ich weder superkurze Röcke noch zu tief ausgeschnittene Blusen.

Warum stechen wir nicht mit unseren herausragenden Kommunikationsfähigkeiten aus der breiten Masse von männlichen Bewerbern heraus? Warum messen wir unserer Intuition, gerade in Führungspositionen unabdingbar, so wenig Bedeutung bei, dass wir sie nicht einmal erwähnen? Warum stellen wir unser Gespür für Stimmungen, Strömungen und Gruppenbildungen im Team unter den Scheffel und auch unsere Fähigkeit, rasch, umsichtig und ausgleichend einzuwirken? Warum verstecken wir unsere Überzeugungskraft, um das Team für unsere gemeinsam erarbeitete Vision auf lange Sicht zu begeistern? Warum lassen wir unser empathisches Vermögen, unser soziale und emotionale Kompetenz, unsere Diplomatie unter scheinbar Erfolg versprechenden männlichen Attributen verschwinden?

Lassen wir den Männern doch ihre Stärken, die genau so legitim, wichtig und richtig sind wie jene der Frauen, wenn auch anders gelagert, ausgerichtet und auch eingesetzt. Und werden wir uns unserer eigenen Erfolgseigenschaften bewusst. Wie überall im Leben braucht es auch im Job den gesunden Ausgleich, die Polarität, die wechselseitige Ergänzung aller zur Verfügung stehenden Fähigkeiten. Bleiben Sie gerade deshalb auch im beruflichen Kontext das, was Sie sind – nämlich eine gestandene Frau.

Gerti Puschitz, HR-Spezialistin


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