Selbstmanagement

Selbstmanagement SelbstmanagementWir alle managen unser Leben, so gut uns das eben möglich ist. Wir managen unseren Job, die Familie, unsere Freizeitaktivitäten, den Haushalt, hoffentlich auch unsere Finanzen und wer weiß, was noch alles. Manager managen sogar riesige Unternehmen, eine Vielzahl an Mitarbeitern und Aufgaben und versuchen, über dieses komplexe Gefüge die Übersicht zu behalten.

Doch wie sieht es aus mit unserem Selbstmanagement? Und – was sollen wir überhaupt darunter verstehen?

Selbstmanagement ist nichts anderes als ein fortwährendes inneres Gespräch, das uns davor bewahrt, unseren Emotionen ausgeliefert zu sein. Unseren Gefühlen nicht ausgeliefert zu sein bedeutet jedoch nicht, sie zu unterdrücken, zu verdrängen oder gar zu leugnen, sondern zu lernen, sie angemessen auszudrücken. Daher bedeutet Selbstmanagement auch Transparenz – eine authentische Offenheit gegenüber anderen bezüglich der eigenen Gefühle, Überzeugungen und Handlungen. Diese Transparenz erzeugt Integrität und Glaubwürdigkeit, die zwei unverzichtbaren Grundpfeiler von langfristig erfolgreichen Menschen.

Angemessen“ ist das Zauberwort. Unserem Umfeld vorspielen zu wollen, dass uns nichts und niemand aus der Fassung bringt, berührt, enttäuscht oder wütend macht, fällt unter die wenig beliebte Rubrik „Manipulation“ und wird dementsprechend mit Misstrauen und Rück-zug geahndet. Unsere Überzeugungen krampfhaft unter Verschluss zu halten schränkt auto-matisch auch unsere Motivationskraft ein. Die Gründe für unsere Handlungen nicht klar legen zu können oder zu wollen erzeugt begründete Zweifel an unserer Entscheidungssicherheit.

Viel zu oft erliegen wir dem Irrglauben, nur keine Gefühle zeigen zu dürfen, weil sie uns als Schwäche ausgelegt werden könnten. Durch die Angst, Angriffsfläche zu bieten oder Verletzlichkeit zu zeigen, gewöhnen wir uns an, entweder mit einem einstudierten Pokerface oder einem eingefrorenen Lächeln durch unser Leben zu lustwandeln ohne zu registrieren, dass unser emotionaler Zustand für unsere Mitmenschen trotzdem sicht- und vor allem spürbar ist. Wir versuchen mit aller Kraft, unantastbar zu bleiben. Vergeblich!

Gefühle sind die Essenz unseres Lebens! Keine einzige Handlung unseres Lebens wird nicht von unseren Emotionen – bewusst oder unbewusst – gesteuert. Keine Entscheidung fällen wir ohne Einbeziehung unserer Gefühle, die wir einem Menschen oder einer Situation gegenüber verspüren. Nichts und niemand bleibt von unseren Gefühlen unberührt, auch wenn wir das gar nicht gerne hören. Wir loben uns für unsere „sachlichen“ Entscheidungen, die es genau so häufig gibt wie Schnee im August. Zumindest in unseren Breitengraden.

Immer weniger Menschen glauben noch daran, Emotionen vor allem aus dem beruflichen Bereich ausklammern zu können. Noch weniger, sie ignorieren zu müssen. Aber immer mehr Menschen sind davon überzeugt, dass angemessen ausgedrückte Emotionen nicht nur das Klima, sondern auch die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter in einem hohen Maß steigern. Wieder Mensch sein zu dürfen, und zwar auf allen Hierarchieebenen, und in seiner Individualität erkannt, anerkannt, gesehen und geschätzt zu werden, ist einer jener Motivationsfaktoren, die ihre Energie auf lange Sicht wirken lassen.

Gerti Puschitz, HR-Spezialistin

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