Als bester Freund auch guter Kollege?

Sobald Freunde zu Arbeitskollegen werden, verändert sich oft die Beziehung, die einmal bestanden hat. Denn auch wenn es Vorteile und oft Freude bringt, die engsten Vertrauten jeden Tag zu sehen und mit ihnen viel Zeit zu verbringen, so sind schon einige Freundschaften nach beruflicher Zusammenarbeit in die Brüche gegangen. Doch was sind die Gründe dieser Konflikte?

Hier einige interessante Beispiele:

In einer Rechtsanwaltskanzlei wurde von einem der Partner ein guter Freund als neuer Anwalt rekrutiert. Als sich jedoch nach einigen Monaten der Unternehmenserfolg verschlechterte, beschlossen die Partner, den neuen Angestellten zu entlassen. Dagegen konnte auch der Freund keinen Widerspruch einlegen, was einen großen Tribut der Freundschaft forderte.

Ein CEO stellte einen Freund als Verkaufsmanager ein. Der neue Verkaufsmanager fühlte sich dem CEO gegenüber nicht untergeordnet, so begann er, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Damit hatte der Geschäftsführer natürlich Probleme, wollte aber keine Kritik äußern. Und als es Zeit für eine Entlassungsrunde wurde, wurde der Verkaufsmanager vom Unternehmen doch gekündigt. Dem CEO fiel es schwer diese Entscheidung gegenüber seinem Freund zu rechtfertigen und selbst wenn er gute Argumente gefunden hätte, war das ein Bruch im Vertrauensverhältnis.

Eine Mitarbeiterin einer Non-Profit-Organisation empfahl ihrem Chef ihre Freundin aufzunehmen. Nach dieser Empfehlung wollte sich die neue Mitarbeiterin natürlich von ihrer besten Seite zeigen, was anstatt der Beförderung der langjährigen Mitarbeiterin zur Beförderung der neuen Angestellten führte. Die Folge war ein angespanntes Verhältnis und ein beginnender Wettkampf zwischen den beiden. Aus den Freundinnen wurden in kürzester Zeit Konkurrentinnen.

Was soll man aber tun um solche Situationen zu vermeiden? Ist es genug wenn man versucht, dass sich Berufliches nicht auf die Freundschaft auswirkt? Vorbeugung ist die beste Medizin, heißt es oft – deshalb sollte man sich vorab über seine eigene Einstellung klar werden.

Bevor man eine berufliche Beziehung eingeht, sollten Freunde ihre Erwartungen und Perspektiven besprechen und auch ihre Rollen und Grenzen klären. Weiters ist es wichtig nie zu vergessen, das Berufs- vom Privatleben zu trennen, denn Gefühle und professionelle Bedürfnisse und Ziele sind separat zu betrachten. Trotzdem ist das ganze aber leichter gesagt als getan.

Der Grund weswegen Freundschaften im Beruf oft nicht funktioneren, liegt an den wesentlichen Unterschieden dieser beiden Verbindungen: Nahe Vertraute und Freunde sucht man sich nicht nach ihren Kompetenzen und Fähigkeiten, sondern rein aus ihren persönlichen und charakterlichen Eigenschaften aus, während es im Job weniger um Soziales sondern mehr um Leistungserbringung geht. Vermischt man diese beiden Beziehungen aber auf einmal, muss eine liebgewonnene Person plötzlich mit zweierlei Maβ gemessen werden. Man sollte sich also immer gut überlegen, ob man seine besten Freunde zu den Arbeitskollegen machen will. Freunde als Arbeitskollegen sind bestimmt oft auch ein erfolgreiches Team, vielleicht ist es aber besser, wenn Kollegen nach und nach zu Freunden werden – diese lernt man nämlich erst kennen und geht daher vorurteilsfrei an die jeweiligen Person heran.

Impressum Theresa

Als Praktikantin verstärkt Theresa, das Multitasking-Talent, unser Marketing & Business Development-Team und behält ständig den Überblick. Mit ihrer guten Laune sorgt sie immer für gute Stimmung - vielleicht kann Sie damit auch euch euer Interesse wecken, wenn ihr Dienstags ihren Blog lest.

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