Einen Dornröschenschlaf oder das Fehlen von Basis-Englischkenntnissen – Wer heute hoch hinaus und seine Karriere vorantreiben will, muss ständig up-to-date sein. In den letzten Jahren hat sich beispielsweise die Karrieresprache, dominiert von Anglizismen und technischen Begriffen, so stark verändert, dass es nicht anders geht als am Puls der Karrieresprache zu sein.
In einer 2010 durchgeführten Umfrage kritisierten noch 42 Prozent der Deutschen, dass englische Begriffe im Berufsalltag nichts verloren hätten und drückten somit ihren Unmut mit der englischen Sprache im „Business“ aus. Damals waren nur ein Zehntel davon überzeugt, dass die Kommunikation in Unternehmen durch das Englische erleichtert werden würde.
Eine aktuelle Studie zu 2011 gibt es zwar nicht, aber man braucht nur auf deutschsprachige Karriereportale oder Stellenanzeigen zu schauen. Anglizismen sind überall zu finden. Ob im Berufsalltag auf dem Weg zum Meeting, in der Mittagspause, wenn man sich ein Sandwich im Coffeeshop holt und vor allem beim Entziffern der Stellenanzeigen, wo Team-Management gefordert und Flextime geboten wird.
Anglizismen, mit denen man immer wieder konfrontiert wird:
Business Development: Das ist die Bezeichnung für eine Position im Unternehmen, die an der Verbesserung des wirtschaftlichen Erfolges arbeitet und dafür Konzepte erstellt. Zum Beispiel werden Geschäftsanalysen kreiert.
C++, Delphi, Java, C#: Diese Begriffe sind Beispiele von Computersprachen. Daneben gibt es aber noch viele andere, die alle in den letzten Jahren populär geworden sind.
Case Study: Auf zehn oder zwanzig Seiten wird kurz ein Problemfall eines Unternehmens dargestellt. Dazu gibt es noch einzelne Daten zum Verständnis wie wirtschaftliche Kennzahlen oder eine Firmenbeschreibung.
Chiffre-Inserat: Aus unterschiedlichen Gründen wünschen Unternehmen oft nicht, dass Ihr Name im Inserat erwähnt wird. Solche anonymisierten Stellenanzeigen werden als Chiffre-Inserat bezeichnet.
Content: Dieser Ausdruck bezeichnet den Inhalt, den man beispielsweise auf Internetseiten vorfinden. Der Content einer Seite sind etwa die Bilder, Texte und Funktionen.
Facility Management: Man ist dazu übergangen, einfache Tätigkeitsbereiche mit Anglizismen auszudrücken. Ein Beispiel ist das Facility Management auf Deutsch übersetzt, heißt es ganz einfach Reinigungswesen.
Flextime: Der Arbeitnehmer kann selbst entscheiden, wann er seine Arbeitsstunden absolviert. Oft hat er nur die Vorgabe einer Kernzeit, wo er einige Stunden am Arbeitsplatz anwesend sein muss, den Rest kann er wann und oft auch wo er will (z.B. von zuhause aus) erledigen.
Front Office, Back Office: In der Verwaltung unterscheidet man das Front Office (wo der Kundenkontakt besteht) und das Back Office (das sich nur mit reinen Verwaltungsangelegenheiten beschäftigt).
Generation Praktikum: Dieser Ausdruck stammt daher, dass heute immer mehr Praktika von Unternehmen ausgeschrieben werden, da es sich für sie wirtschaftlich rentiert eine qualifizierte Arbeitskraft zu geringen Kosten zu beschäftigen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Studenten, die nach ihrem Abschluss ein Praktikum nach dem anderen machen und den Einstieg in den Berufsalltag lange nicht schaffen.
Headhunting: Das Abwerben einer Fachkraft/eines talentierten Angestellten von einem anderen Unternehmen.
Kick Off: Wenn in einem Meeting eine gute Idee kreiert wird und das den Anstoß für andere Handlungen und Einfälle ist, dann ist das ein „Kick Off“. Der Stein wurde also ins Rollen gebracht.
Inbound und Outbound: Jobs im Call Center werden nicht nur immer beliebter, sondern immer mehr Stellen werden dazu ausgeschrieben. Hierbei unterscheidet man zwischen Inbound (der Angestellte muss nur hereinkommende Anrufe annehmen) und Outbound (die Aufgabe ist es auch, Kunden anzurufen um ihnen Informationen zu bieten oder etwas zu verkaufen).
Jobcrawler: Sucht man in diversen Suchmaschinen nach Jobs, wird man oft auch auf die Seiten sogenannter Jobaggregatoren“ (ein anderes Wort für Crawler) kommen. Diese veröffentlichen die Suchergebnisse vieler On line-Jobbörsen und bringen sie auf ein Portal zusammen.
Outsourcing: Um im wirtschaftlichen Wettbewerb bestehen zu können, wollen Unternehmen immer billiger produzieren. Oftmals verlagern sie bestimmte Aufgabenbereiche nach außen und setzen andere Unternehmen für einzelne Teilbereiche ein.
SEO: Suchmaschinenoptimierung ist heute wichtig, damit man als Unternehmen auch von den Usern gefunden wird.
TOEFL, Cambridge-Certifikat: Das sind beides Abkürzungen für international anerkannte Englischtests, die heute schon oft in Jobanzeigen erwähnt werden.
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