Man beginnt mit Ehrgeiz und Visionen einen neuen Job. Man möchte Ideen in das Unternehmen einbringen. Doch das Engagement findet keine Resonanz. Das Lob für Leistungen bleibt aus. Man ist frustriert und fühlt sich dem Arbeitgeber immer weniger verpflichtet. So oder ähnlich sieht der Weg zur inneren Kündigung aus, der für viele Menschen eine weitreichende Einstellungsänderung darstellt.
Bei der inneren Kündigung wird nicht der formale Arbeitsvertrag, sondern der „psychologische Vertrag“ mit dem Arbeitgeber gekündigt. Diese Kündigung erfolgt, indem wenig Initiative gezeigt wird, man oft krank ist und den Arbeitstag einfach absitzt. Damit einher geht die Distanzierung von der beruflichen Tätigkeit und man konzentriert sich auf das Familien- und Freizeitleben. Der Wunsch die Situation zu verändern oder einen neuen Job zu finden, ist bei der inneren Kündigung nicht vorhanden.
Man möchte daher den Arbeitsplatz erhalten und versucht seine Pflichten trotzdem zu erfüllen. Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben, arbeiten aber ohne Engagement und Eigeninitiative. Sie versuchen, es dem Vorgesetzten einfach recht zu machen, ohne die Dinge kritisch zu hinterfragen. Sie passen sich widerspruchslos der praktizierten Betriebskultur an und nehmen teilnahmslos hin, was man ihnen aufträgt. Der Verlauf der inneren Kündigung vollzieht sich meistens in kleinen Schritten und ist dem Betroffenen bewusst. In der Regel bemerkt auch der Chef den Leistungsabfall und kritisiert den Mitarbeiter, was diesen noch mehr einschüchtert.
Die innere Kündigung ist Ausdruck einer massiven Störung des Selbstwertempfindens von MitarbeiterInnen, die sich nicht als wertvoll und wichtig erleben. Ursachen für die innere Kündigung sind fehlender Respekt und mangelnde soziale Anerkennung sowie eine Tätigkeit, die nicht erfüllend ist. Dies beeinträchtigt die psychische Gesundheit, wobei eine Abhängigkeit von Charakter und Persönlichkeit besteht. Wer einen ausgeprägten Wunsch nach Wertschätzung, Erfolg oder Zuwendung hat, erlebt schneller eine innere Kündigung.
Um eine innere Kündigung zu vermeiden, können seitens des Unternehmens, aber auch seitens des Betroffenen Maßnahmen gesetzt werden. Das Management sollte Mitarbeiter von Veränderungen in Kenntnis setzen und sie nach ihren Anliegen, Meinungen, Vorschlägen und Wünschen fragen. Es sollten persönliche Erfolge ermöglicht und das Geleistete gewürdigt werden. Der Betroffene selbst kann die Führungskräfte über seine Lage informieren und um entsprechende Aufgaben bitten.
Zielführend kann die innere Kündigung von Mitarbeitern vermieden werden, indem deren Engagement für den Erfolg des Unternehmens eingesetzt wird. Voraussetzung ist ein intaktes Kommunikationsverhalten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
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