In vielen Unternehmen hat sich der Instant Messenger als schnelle Alternative zu E-Mail und Telefon etabliert. Durch Echtzeit-Web-Kommunikation wird der Arbeitsfluss einerseits erleichtert, weil Informationen kurz und bündig formuliert werden. Andererseits führt die “unpersönliche” Kommunikationsform aber auch zu Einbußen in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Instant Messaging wird von immer mehr Unternehmen eingesetzt, sowohl für die Kommunikation innerhalb des Büros, als auch für den Kontakt mit Kunden oder Geschäftspartnern. Manche Menschen fühlen sich durch das ständige Aufpoppen von Nachrichten gestört, andere hingegen erachten die Echtzeitkommunikation als besonders effektive Kommunikationsmöglichkeit und nehmen diese nicht als Unterbrechung wahr.
In Büros, die über einen Messenger-Dienst verfügen, werden Kommunikationsmittel wie Telefone oder E-Mails weitgehend ersetzt. Man empfindet den Messenger als praktischer, weil Gespräche schneller abgewickelt werden können. Im Gegensatz zur E-Mail-Konversation fallen die Wartezeiten auf Antworten weg und die kleinen Tratschereien, die sich bei Telefongesprächen nicht vermeiden lassen, gibt es beim Messenger nicht.
Die Vorteile liegen vor allem darin, dass man konkrete und schnelle Antworten erhält. Nebensächlichkeiten werden oft weggelassen und ausführlichere Gespräche auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben. Dadurch werden Handlungsprozesse wesentlich beschleunigt.
Die Messenger Etikette
Bei der Benutzung von Instant Messengern haben sich eigene Umgangsformen herausgebildet. Beginnt man ein Telefongespräch mit einer Nachfrage nach dem Befinden des Gegenübers oder eine E-Mail-Konversation mit einer freundlichen Anrede, so legt man beim Messenger oft einfach ohne Gruß los. Mit einer Antwort wird innerhalb der nächsten drei bis fünf Minuten gerechnet und die Auskunft ist im besten Fall kurz und bündig, im schlechtesten Fall etwas unzureichend und mit Abkürzungen versehen, sodass man nachfragen muss.
Ein wesentliches Merkmal der Kommunikation sind die Statusmeldungen, die anzeigen, ob eine Person beschäftigt oder zum Chat verfügbar ist. Doch selbst wenn jemand als verfügbar angezeigt wird, bedeutet dies nicht, dass er für Fragen aller Art zur freien Verfügung steht. Die Hemmschwelle, jemanden über den Chat anzusprechen, ist wesentlich geringer, als wenn man zum Telefonhörer greifen oder ein E-Mail verfassen muss. Daher wird auch gerne nach Informationen gefragt, die auch anderweitig abrufbar wären.
Fraglich ist, inwieweit man die persönliche Kommunikation vernachlässigt. Durch den Ersatz des persönlichen Kontakts durch Instant Messages, bleiben Körpersprache und nonverbale Botschaften unberücksichtigt. Auch das Ausmaß an Aufmerksamkeit, die man jemanden via Instant Messenger entgegenbringt, ist geringer als in der direkten Kommunikation. Dies ist vor allem der Fall, wenn man mit mehreren Personen gleichzeitig chattet, und plötzlich Kollege X die Antwort auf die Frage des Kollegen Y erhält.
Man sollte den Chat trotz all seiner Vorteile mit Maß und Ziel einsetzen und nicht auf das persönliche Gespräch verzichten. Es ist möglicherweise unzweckmäßig, den Kollegen mit seitenlangen Nachrichten zu bespielen, wenn er ohnehin nebenan sitzt. Und seien wir uns ehrlich, die Frage nach dem Wohlbefinden des anderen, ist vielleicht zeitraubend, aber ab und zu doch ganz nett.
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