Als Mutter, die im Berufsleben steht, hat man es bekanntlich nicht leicht. Man selbst ist einer Doppelbelastung ausgesetzt, Unternehmen passen sich ungern den Bedürfnissen von arbeitenden Müttern an und vor dem Umfeld gilt man nicht selten als Rabenmutter. Dennoch können sich viele Frauen ein Leben ohne Job nicht vorstellen.
In einer US-Studie kam man zu der Erkenntnis, dass Frauen, die Karriere machen, zufriedener sind und positiver denken – in allen Lebensbereichen.
Die Studie vergleicht karriereorientierte Mütter mit Müttern, die ausschließlich aus finanziellen Gründen einer Beschäftigung nachgehen. Mütter, die für ein höheres Ziel als für das Einkommen arbeiten, sind zufriedener, gesünder und ausgeruhter. Zudem haben sie nicht das Gefühl, dass das Privatleben zu kurz kommt. Sie fühlen sich auf Grund ihres Jobs zu Hause sogar mehr respektiert und meinen mehr Hilfe von ihrem Partner zu erhalten.
Mit schlechtem Gewissen im Job
Viele Mütter sind froh darüber, wieder arbeiten zu dürfen und engagieren sich entsprechend. Da meistens die Unterstützung des Managements notwendig ist, um die Anforderungen der Tätigkeit mit den Bedürfnissen der Familie zu vereinbaren, haben Mütter diesem gegenüber oft ein schlechtes Gewissen. Die oben genannte Studie hat gezeigt, dass viele Mütter glauben, dass Führungskräfte und Kollegen ihren Einsatz in Frage stellen. Daher versuchen sie möglichst viel zu leisten, um zu zeigen, dass sie ihre Karriere ernst nehmen.
Diese Befürchtungen sind aber nicht ganz unbegründet, denn eine aktuelle Umfrage von Regus hat gezeigt, dass sich die Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt verschlechtern. Nur 27 Prozent der österreichischen Arbeitgeber planen 2011 berufstätige Mütter aufzunehmen. Unternehmer befürchten, dass berufstätige Mütter weniger engagiert und flexibel sind als andere Mitarbeiter. Außerdem besteht die Gefahr, dass Mütter das Unternehmen wieder verlassen könnten, um ein weiteres Kind zu bekommen.
Wenig wertgeschätzt
Auch der Respekt, der Müttern am Arbeitsplatz entgegengebracht wird, lässt oft zu wünschen übrig. Man denkt, diese seien weniger an Verbesserungen interessiert und nicht bereit zusätzliche Arbeit zu übernehmen, als Frauen ohne Kinder. Diese Ansicht haben insbesondere Männer ohne Kinder, aber auch Frauen, die keine Kinder haben, tendieren dazu sich unglimpflich über arbeitende Mütter zu äußern. Arbeitende Väter hingegen schätzen die Leistungen der arbeitenden Mütter.
Tatsächlich sind Wiedereinsteigerinnen mit besonderen, zuhause erworbenen Fähigkeiten ausgestattet. Oft wird befürchtet, dass die Qualifikation zurückkehrender Mütter nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Dafür verfügen berufstätige Mütter aber über Erfahrungen und Fähigkeiten, die nur schwer auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind. In einer deutschen Studie gaben 68 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Mitarbeiterinnen nach der Elternzeit oft effizienter und besser organisiert seien als zuvor. Viele Mütter entwickeln während der Familienzeit neue Stärken, sie können leichter Prioritäten setzen und gut mit Stress umgehen.
Wie sich das Management arbeitenden Müttern gegenüber verhält, ist eine Frage der Unternehmenskultur. Natürlich sollte jedes Unternehmen familienfreundliche Arbeitsmodelle ermöglichen, wer an den richtigen Arbeitgeber gelangt, ist aber klar im Vorteil.
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