Umweltfreundlich zur Arbeit

PendelnNonSticky Umweltfreundlich zur ArbeitVor kurzem wurde die Tarifreform der Wiener Linien präsentiert, die unter anderem den umweltfreundlichen Verkehr in der Stadt forcieren soll. Denn Klimaschutzziel der EU für Österreich ist, dass sich die Verkehrsemissionen bis 2050 um 75 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 verringern. Doch das Autofahren ist den Österreichern sehr wichtig – auch was den Weg in die Arbeit betrifft. Während 440.000 Menschen mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zum Job gelangen, nehmen rund 1,4 Millionen das Auto.

Eine Studie der Generali Versicherung zeigt auf, dass 62 Prozent aller Autobesitzer fast täglich mit ihrem Fahrzeug unterwegs sind, sogar in Wien, wo das öffentliche Verkehrsnetz sehr gut ausgebaut ist, verzichten 49 Prozent der Befragten im Alltag nicht auf ihr Fahrzeug. Aber gerade für den Weg zur Arbeit lassen sich Alternativen finden, da es sich meistens um kurze Strecken handelt und auf Grund der Regelmäßigkeit eine andere Lösung leichter umzusetzen ist.

Vor allem die Faktoren Bequemlichkeit, Geschwindigkeit und Kosten beeinflussen die Wahl des Verkehrsmittels. Zwar kommt man mit dem Auto ohne Zwischenstopps und Bindung an Fahrpläne relativ bequem und schnell ans Ziel, Staus und Parkplatzsuche können allerdings zu ebenso langen Verzögerungen führen, wie sie mögliche Wartezeiten und Verspätungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln hervorrufen.

Gerade in der Stadt sind die öffentlichen Verkehrsmittel die schnellste und bequemste Methode der Fortbewegung. Laut einer Studie der Arbeiterkammer aus dem Jahr 2006 kommen Menschen, die ihren Anfahrtsweg überwiegend mit der U-Bahn, Straßenbahn oder dem Bus in Wien zurücklegen, am ausgeglichensten zur Arbeit.

Im städtischen Raum gewinnt aber noch ein weiteres Transportmittel an Bedeutung: das Fahrrad. Dem VCÖ zufolge fahren 187.200 Österreicher regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit, wobei den höchsten Anteil an radfahrenden Beschäftigten Niederösterreich hat. Wien hat den niedrigsten Anteil, wobei der Zuwachs an Radfahrern hier am größten ist. Das Radfahren in der Stadt ist für viele Menschen unattraktiv, das Angebot an Citybikes und Radwegen wächst aber.

Außerdem gibt es noch andere, innovative Möglichkeiten zur Arbeit zu gelangen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fußwegen lässt sich beispielsweise der Scooter gut kombinieren. Ein neues Konzept ist jenes des Carsharings, bei dem Autos – ähnlich wie die Citybikes – an vielen Bahnhöfen und Verkehrsknotenpunkten zur Verfügung stehen. Inhaber einer CarSharing-Card können sich diese in Selbstbedienung ausleihen und am nächsten Standort wieder abgeben. Verrechnet wird ein Nutzungstarif nach Zeit und Kilometern, um Treibstoff, Vignette, Versicherung und ähnliches muss man sich jedoch nicht kümmern.

Pendeln geht nicht ohne Auto?

Weniger Möglichkeiten haben Pendler, die aus ländlichen Gebieten in die Stadt zur Arbeit kommen. Die oben genannte Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass die Anreise mit Bahn und Regionalbus hohe Anforderungen an die Arbeitnehmer stellt, sodass sie den Arbeitstag negativer gestimmt beginnen als ihre Kollegen und diesen auch stärker beansprucht verlassen. Umgekehrt ist aber auch erwiesen, dass viele Bahnverbindungen schneller und günstiger sind als die Anreise mit dem Auto. Im Rahmen einer Studie des VCÖ wurden 580 Strecken untersucht und es zeigte sich, dass das Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht nur deutlich günstiger ist, sondern diese auch in Sachen Fahrzeit bei 60 Prozent der Strecken gut mithalten können.

Selbst wenn Bahn- und Busnetz nicht ausreichend vorhanden sind, kann man umweltfreundlich vorgehen. Verkehrsknotenpunkte verfügen meist über Park- & Ride-Anlagen mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Damit ist nicht nur der Umwelt geholfen, sondern auch dem Fahrer, weil ihm Parkplatzsuche und -gebühren in der Stadt erspart bleiben. Weniger verbreitet ist die Inanspruchnahme von Mitfahrgelegenheiten. Über Webplattformen bieten Menschen unter Angabe von Datum, Abfahrtsort, Destination und Preis einen Platz in ihrem PKW an. Sowohl einmalige als auch regelmäßige Fahrgemeinschaften reduzieren Abgase wie Kosten.

All diese Alternativen zum Auto erfordern möglicherweise etwas Organisation und Information im Vorfeld, aber bei regelmäßiger Zurücklegung des Weges, etwa zur Arbeit, kennt man seine Möglichkeiten schnell. Zudem kann der Komfort klimafreundlicher Mobilität mit Hilfe neuer Technologien einfach erhöht werden. Elektronisches Ticketing, die mobile Abfrage von Fahrplänen sowie Apps für Rad- und Gehrouten oder die Organisation von Mitfahrgelegenheiten machen die Nutzung alternativer Verkehrsmittel nicht uninteressant.

Die Unterschiede in der Qualität des Angebots sind innerhalb Österreichs sehr groß. Aber es lassen sich durchaus Kompromisse eingehen und die Vorzüge von alternativen Transportmitteln erkennen – etwa der sportliche Mehrwert, die Zeit zum Abschalten in öffentlichen Verkehrsmitteln oder die soziale Komponente. Natürlich ist es schwierig, ganz auf den Besitz eines Autos zu verzichten, aber schon die Abschaffung des Zweitautos ist eine wertvolle ökologische Maßnahme.

Bildrechte: berlin-pics/pixelio.de

Eine Seite Ingrid

Formen, Farben und Designs haben es unserer Ingrid angetan. Mit diesen Gestaltungelementen experimentiert sie in Grafikprogrammen und verpasst so manchen Blogartikeln und Internetseiten den richtigen Auftritt. Aber auch unsere Social-Media-Kanäle werden von ihr gefordert und mit neuen Inhalten gefüttert. “American English” – sie hat bereits in den Vereinigten Staaten gearbeitet – ist für die Niederösterreicherin genauso kein Problem, wie etwas tiptop zu Ende zu bringen - selbst wenn das für sie die eine oder andere Überstunde bedeutet. Als begeisterte Citybike-Kartenbesitzern radelt sie nicht nur täglich die Strecke zur Arbeit, sondern auch zu den Shopping-, Kulinarik- und Kulturhotspots der Stadt.

Hinterlasse eine Antwort

2 Responses to “Umweltfreundlich zur Arbeit”

  1. Phil sagt:

    Die Verkehrsemissionen bis 2050 um 75 Prozent zu verringern, ist ein engagiertes Ziel. Konkret geschehen ist bis dato leider relativ wenig. Einige positive Beispiele gibt es immerhin von einer anderen europäischen Hauptstadt: In Stockholm haben sie es geschafft, den PKW-Verkehr um 25% zu reduzieren: Mit Hilfe des Smarter Planet-Programms von IBM und – in einer überschaubaren Zeit! Die Wiener Linien haben schon mit der Sauberkeits-Initiative ein Zeichen gesetzt, um die Öffis (noch) attraktiver zu machen. Das Tarif-Thema ist das nächste. Hoffentlich lässt sich der Erfolg der Initiativen auch bald in Zahlen messen!

  2. Detlef sagt:

    Pendeln geht nauch ohne Auto. Wenn man die verbindungen genau kennt dann kann man auch am land mit postbus oder fahrrad bis zum s nächsten bahnhof fahren und dann mit dem zug weiter. Es ist vielleicht nicht so bequem wie mit dem auto aber man zahlt weniger und hilft die co2 emissionen zu verrigern.
    Wie im text erwähnt sind viele Bahnverbindungen schneller und günstiger als die Anreise mit dem Auto. Neben den offensichtlichen Kosten, die bei einer autofahrt entstehen, fallen oft noch versteckte Kosten an, die nicht einkalkuliert wurden wie steuer, pickerl, versicherung, reparaturen, und und und :)
    Auch wenn es manchmal nicht so bequem ist fahre ich lieber öffentlich damit ich etwas für die umwelt tun kann.

    lg
    Detlef