Im Medienzeitalter stellt der richtige Umgang mit Medien und IT eine Schlüsselqualifikation dar. Sowohl im Privatleben, als auch im Beruf kommt man kaum noch ohne Computer und Internet aus. Im Zuge dessen ist es notwendig, Anwendungen zu beherrschen, aber auch die grundlegende Funktionsweise der Geräte zu verstehen und Angebote bewerten zu können.
Um Medien allerdings kompetent und individuell angepasst nutzen zu können, bedarf es einer kontinuierlichen und selbstbestimmten Weiterentwicklung der Fertigkeiten.
Selbst im Privatleben fällt auf, dass Medien einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Die Erledigung der Bankgeschäfte, das Einkaufen sämtlicher Güter und das Einholen vieler für den Alltag entscheidenden Informationen vollziehen sich zunehmend elektronisch. Und auch die Pflege sozialer Kontakte sowie die gesellschaftliche Partizipation finden zunehmend computergestützt statt. Dass der Arbeitsalltag zunehmend von IT dominiert wird, steht daher außer Frage: Eine Studie von Microsoft zeigte auf, dass im Jahr 2014 weniger als zehn Prozent aller Jobs ohne IT-Kenntnisse auskommen werden.
Egal, ob es sich um die Organisation von Kundenkontakten, die Aufstellung der Unternehmensbilanz, das Programmieren von Fließbändern oder einfach um die Kommunikation via E-Mail handelt – für immer mehr Jobs sind IT-Kenntnisse eine Grundvoraussetzung. Doch die Fähigkeit, Medien gezielt und möglichst sinnvoll zur Lösung von beruflichen Herausforderungen einzusetzen, fehlt vielen Berufstätigen, obwohl einer Gallup-Studie zufolge 64 Prozent der Österreicher regelmäßig einen Computer oder Laptop benutzen.
Das Alltagswissen, das man aus der privaten Nutzung besitzt, reicht für den Umgang mit dem Computer im Job häufig nicht aus, denn die Anforderungsprofile im Beruf sind andere. Die Studie zeigte, dass es viele Poweruser gibt, die eine starke Begeisterung für soziale Netzwerke, Online-Spiele, Musik sowie Filme mitbringen, jedoch über wenig Fachwissen verfügen. Diese Fertigkeiten können oft nicht direkt auf das Arbeitsleben übertragen werden. Besondere Defizite in der Medienkompetenz weisen Frauen auf. Insbesondere der berufliche Wiedereinstieg nach meist familiär bedingten Unterbrechungen macht technische Weiterentwicklungen schwer.
Mehr als passive Anwendung
In den meisten Stellenausschreibungen werden PC-Grundkenntnisse vorausgesetzt, etwa zur Erstellung einer Tabellenkalkulation, für das Bedienen eines Mailprogramms oder die Suche nach Information im Internet. Medienkompetenz ist aber mehr als die korrekte Benutzung von Programmen. Man sollte auch wissen, was ein Computer kann, wie die Dateien aus technischer Perspektive zustande kommen und welche Sicherheitsrisiken die Arbeit am Computer mit sich bringt.
Zudem sollte man als medienkompetenter Mensch die Fähigkeit besitzen, sich neue Programme anzueignen und die Funktionsweisen eines Programmes auf ein anderes zu übertragen. Auch die Fähigkeit, die Funktionen eines Programmes einzuschätzen, zählt zur Medienkompetenz. In Zusammenhang mit dem Internet ergeben sich auf Grund der Vielzahl an online verfügbaren Informationen auch Anforderungen an die inhaltliche Kompetenz des Nutzers.
Es gilt herauszufiltern, welche im Internet verfügbaren Informationen korrekt und nützlich sind. Daher müssen Angebote wie Informationen aktiv wahrgenommen und bewertet werden. Bei der Menge an qualitativ schlechten Informationen, die das Internet bereithält, muss man in der Lage sein, bewusst in seriösen Informationsquellen zur recherchieren und die Herkunft der Quelle adäquat zu beurteilen.
Selbstorganisiertes Lernen
Das Weiterbildungsangebot im Bereich Computer und IT ist umfassend, allerdings gewinnt das “selbstorganisierte Lernen” immer mehr an Bedeutung. Medienbildung ist ein stets präsenter Prozess, der praxisorientiert verlaufen muss. Neue Erkenntnisse können „on the Job“ erworben werden. Dazu ist ein experimentelles und spielerisches Vorgehen notwendig. Natürlich sollte auch von Seiten des Arbeitgebers die Nutzung interaktiver Medien am Arbeitsplätz möglichst ohne Einschränkungen gestattet sein, sodass die Mitarbeiter dazu motiviert sind, ihre Medienkompetenz zu verbessern.
Es liegt zu einem großen Teil am Arbeitnehmer, sich über die Möglichkeiten der Computernutzung zu informieren. Virtuelle Arbeitsgruppen und Communities bieten das notwendige Know-How, das es für den eigenen Aufgabenbereich anzupassen gilt, sodass effiziente Arbeitsprozesse entstehen.
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