Wir leben in einer Wissensgesellschaft, in der das Gehirn eines unserer wichtigsten Werkzeuge ist. Viele Berufe erfordern Flexibilität und die Anpassung an veränderte Situationen. Schnelles Denken, Analysieren und Handeln sind bei Arbeitnehmern daher vielgefragte Fähigkeiten. Doch das Potential unseres Gehirns schöpfen wir bei weitem noch nicht ganz aus. Durch lebenslanges Lernen fördern wir unsere mentalen Leistungen.
Das Gehirn ist nicht nur für das Aufnehmen und Speichern von Informationen zuständig, es bündelt alle Wahrnehmungen eines Menschen, überwacht die Funktionen des Körpers und koordiniert diese.
Außerdem sorgt es dafür, dass wir Zusammenhänge richtig erkennen, Schlussfolgerungen ziehen, adäquat reagieren und vorhandenes Wissen korrekt abrufen können. Dazu ist das Gehirn in der Lage, weil die Gehirnzellen hoch komplex vernetzt sind.
Um im Arbeitsalltag flexibel auf mentale Anforderungen zu reagieren und neue Situationen gut zu bewältigen, sollte man an der geistigen Fitness arbeiten und so die Funktionen der Gehirnzellen ausbauen. Denn angeblich nutzt der Durchschnittsmensch nur zehn Prozent seines Gehirns. Mit dem Lernen ist nach der Schule also keinesfalls Schluss: Wer mental leistungsfähig bleiben möchte, sollte lebenslang daran arbeiten.
Training fürs Gehirn
Zur Steigerung der mentalen Fitness ist eine bessere Vernetzung zwischen den Nervenzellen notwendig. Dabei ist entsprechende Gestaltung des Alltags ausreichend: Das Erlernen einer neuen Sprache, die bewusste Aufnahme von Informationen sowie kreatives Schreiben beispielsweise fördern die Vernetzung der Gehirnzellen und können problemlos in Beruf und Freizeit einfließen. Zur Aktivierung der Nervenzellen sind lediglich neue Impulse und ein regelmäßiger Gebrauch des Gehirns notwendig.
Weniger förderlich für die Gehirnaktivität sind Routinetätigkeiten, Untätigkeit oder schlichte Medienberieselung. Das Gehirn wird nämlich dann gefördert, wenn geistige Aktivitäten mittelmäßig anstrengend sind und den Arbeitsspeicher weder zu stark noch zu wenig beanspruchen. Um die Energieversorgung der Zellen zu fördern, können auch körperliche Maßnahmen getroffen werden: richtige Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung sowie Entspannung tragen zur Verbesserung der Gehirnfunktion bei.
Gleichzeitig gilt es Störfaktoren auszuschalten: Erschöpfung, Zeitdruck sowie Über- und Unterforderung hindern das Gehirn an der Bildung neuer Synapsen. Daher sind regelmäßige Pausen, eine frühzeitige Planung und die richtige Auswahl von Aufgaben förderlich. Zudem ist Stress zu vermeiden, wie eine deutsche Studie zeigte: Stresshormone, die durch kognitive Überforderung, aber auch sozialen Druck erzeugt werden, verändern das Gehirn, sodass die Gehirnleistung herabgesetzt wird.
Allerdings kann ein wenig Stress bei der Steigerung der geistigen Fitness auch hilfreich sein. Eine Anpassung an die Umwelt sowie ein permanenter Wechsel des Denkstils fördern die Vernetzung von Gehirnzellen. Kommt es aber zu Dauerstress oder extremen Belastungen, schlägt dies ins Gegenteil um, das Gehirn ist überfordert und die Leistung fällt ab.
Im Berufsalltag ist daher eine geschickte Abstimmung von Anforderungen auf die eigenen Ressourcen notwendig, damit die mentale Fitness erhalten und ausgebaut wird. Um Über- und Unterforderung zu vermeiden, ist ein Management der Aufgaben und eine Kontrolle der geistigen Aktivitäten notwendig.
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